Suche

Wonach suchen Sie?

Durchsuchen Sie Leistungen, Anwendungsfälle und unser Praxiswissen.

Mindestens 2 Zeichen eingeben

Beliebte Einstiege

Wissen, Daten und RAG

Was ist Retrieval-Augmented Generation (RAG)?

RAG sucht vor einer Antwort passende Informationen und gibt sie dem Sprachmodell als belegbaren Kontext mit.

Die kurze Antwort

Retrieval-Augmented Generation ist ein Verfahren, bei dem eine Anwendung zuerst relevante Inhalte aus freigegebenen Quellen abruft und ein LLM anschliessend auf Basis dieses Kontexts antwortet.

Kurz zusammengefasst

  • RAG verbindet Informationssuche mit Textgenerierung.
  • Unternehmenswissen bleibt in seinen Quellen und kann laufend aktualisiert werden.
  • Gute Ergebnisse hängen ebenso von Dokumentqualität, Berechtigungen und Suche ab wie vom Modell.

Vor der ersten Frage: Quellen für RAG aufbereiten

RAG beginnt nicht erst mit einer Nutzerfrage. Zuerst wird ein kontrollierter Wissensbestand aufgebaut. Dabei entscheidet sich, welche Versionen auffindbar sind, welche Rollen sie sehen dürfen und ob ein späterer Treffer fachlich verständlich bleibt.

  1. Schritt 1

    Quellen auswählen

    Nur freigegebene Bestände mit benannter Verantwortung und Gültigkeit aufnehmen.

  2. Schritt 2

    Inhalte aufteilen

    Dokumente so in Abschnitte zerlegen, dass jeder Treffer genügend fachlichen Zusammenhang behält.

  3. Schritt 3

    Metadaten und Rechte ergänzen

    Version, Produkt, Sprache, Gültigkeit und bestehende Zugriffsregeln am Inhalt mitführen.

  4. Schritt 4

    Index erstellen und erneuern

    Suchrepräsentationen erzeugen und Änderungen oder entzogene Rechte zeitnah übernehmen.

Bei jeder Frage: suchen, begrenzen und antworten

Zur Laufzeit wird nicht der gesamte Wissensbestand an das Modell gesendet. Die Anwendung prüft zuerst Identität und Filter, sucht passende Abschnitte und stellt nur eine begrenzte Auswahl als Kontext bereit. Antwort und Fundstellen müssen anschliessend gemeinsam geprüft werden können.

  1. Schritt 1

    Frage und Rechte erfassen

    Nutzerkontext, Produkt, Sprache und weitere zulässige Filter bestimmen.

  2. Schritt 2

    Treffer abrufen

    Semantische Suche, Schlüsselbegriffe und Metadatenfilter kombinieren und Treffer ordnen.

  3. Schritt 3

    Antwort begründen

    Frage und ausgewählte Abschnitte an das LLM geben und Aussagen mit Fundstellen verbinden.

  4. Schritt 4

    Ablehnen oder eskalieren

    Ohne ausreichende Evidenz nicht raten, sondern nachfragen oder an eine Fachperson übergeben.

Warum nicht einfach das Modell trainieren?

RAG trennt allgemeine Sprachfähigkeit vom veränderlichen Unternehmenswissen. Wird eine Richtlinie aktualisiert, kann der Index erneuert werden, ohne ein Modell neu zu trainieren. Quellen bleiben zudem sichtbar und Inhalte können nach Rolle gefiltert werden.

Feinabstimmung eines Modells kann sinnvoll sein, um Verhalten, Stil oder eine wiederkehrende Spezialaufgabe zu verbessern. Für häufig wechselnde Fakten und nachvollziehbare Fundstellen ist RAG jedoch meist der direktere Ansatz.

Typische RAG-Fehler und passende Kontrollen

RAG repariert keine widersprüchlichen, veralteten oder schlecht strukturierten Dokumente. Wenn mehrere Versionen einer Richtlinie gleichberechtigt auffindbar sind, kann auch die Antwort widersprüchlich werden. Quellen brauchen deshalb Eigentümer, Gültigkeit, verständliche Struktur und klare Zugriffsregeln.

Typische RAG-Fehler und passende Kontrollen
FehlerbildHäufige UrsacheGeeignete Kontrolle
Veraltete AntwortMehrere Versionen sind gleichberechtigt indexiert oder Änderungen fehlen im Index.Gültigkeit und Eigentümer pflegen; Aktualisierung und Löschung überwachen.
Falsche ProduktvarianteAbschnitte verlieren beim Aufteilen Produkt-, Sprach- oder Versionskontext.Fachlich sinnvolle Abschnitte und verpflichtende Metadatenfilter verwenden.
Unzulässiger TrefferQuellrechte werden nicht oder verspätet in der Suche durchgesetzt.Berechtigung bei Indexierung und Anfrage prüfen; Entzug gezielt testen.
Plausible Antwort ohne BelegSchwache Treffer werden trotzdem als ausreichender Kontext behandelt.Mindestanforderung an Evidenz, sichtbare Quellen und eine klare Ablehnung definieren.

Wie wird ein RAG-System getestet?

Ein guter Test trennt Suche und Antwort. Zuerst wird geprüft, ob die richtige Fundstelle überhaupt gefunden wird. Danach wird bewertet, ob die Antwort die Quelle korrekt und vollständig wiedergibt. Zusätzlich braucht es Fragen, die bewusst nicht beantwortbar sind.

  • Repräsentative Fragen mit erwarteten Fundstellen sammeln
  • Trefferqualität, Antworttreue und Quellenangabe getrennt messen
  • Berechtigungsfälle und veraltete Inhalte testen
  • Feedback nicht nur speichern, sondern in konkrete Verbesserungen übersetzen

Wann ist RAG nicht die beste Lösung?

Für exakte Kontostände, Preise oder Statuswerte sollte eine Anwendung meist direkt eine strukturierte Schnittstelle abfragen. Für einfache Navigation kann eine klassische Suche genügen. RAG ist stark, wenn mehrere unstrukturierte Quellen verstanden, zusammengeführt und in natürlicher Sprache erklärt werden müssen.

Beispiel aus dem Unternehmensalltag

Beispiel: Internes Qualitätswissen

Ein Produktionsbetrieb hat Arbeitsanweisungen, Prüfvorgaben und Fehlerkataloge in mehreren Ablagen. Ein RAG-System indexiert nur freigegebene gültige Dokumente, übernimmt bestehende Rollen und zeigt zu jeder Antwort die verwendeten Abschnitte. Fragen ohne ausreichende Fundstelle werden weitergeleitet. Vor dem Rollout wird mit echten Fragen geprüft, ob die richtige Version und Produktvariante gefunden werden – nicht nur, ob die Antwort gut klingt.

Was Sie mitnehmen sollten

Beginnen Sie mit einem klar abgegrenzten Quellenbestand, echten Nutzerfragen und definierten Zugriffsrechten. Die technische Suche ist nur ein Teil; Inhaltspflege und Fachverantwortung entscheiden über den langfristigen Nutzen.

Quellen und Vertiefung

Diese Primärquellen vertiefen Definitionen, technische Grundlagen oder verantwortlichen Einsatz.

Inhaltlich geprüft

Sie möchten das auf Ihre Situation übertragen?

Wir klären gemeinsam, was für Ihren Prozess, Ihre Daten und Ihre Systeme sinnvoll ist – verständlich und ohne unnötige Komplexität.

Projekt besprechen