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Wissen, Daten und RAG

Wie kommt KI zu Ihrem Unternehmenswissen – ohne dass ein Modell für jede Änderung neu trainiert werden muss?

Wissen, Daten und RAG

Unternehmenswissen liegt meist verteilt in Dokumenten, Wikis, Datenbanken und Fachsystemen. Entscheidend ist nicht nur, ob eine KI darauf zugreifen kann, sondern welche Quelle sie wann verwenden darf und wie eine Antwort belegt wird.

Nach diesem Bereich können Sie beurteilen

  • wie Retrieval-Augmented Generation, kurz RAG, grundsätzlich funktioniert

  • wie sich Standard-, Hybrid-, Multi-Hop- und GraphRAG unterscheiden

  • welche Quellen sich für einen Wissensassistenten eignen

  • warum Zugriffsrechte, Aktualität und Quellenangaben zentral sind

  • wann Suche, RAG oder eine strukturierte Schnittstelle sinnvoller ist

Fragen, die Sie danach stellen können

Diese Fragen helfen, aus einem Begriff eine konkrete betriebliche Einordnung zu machen.

  • Welche Quellen sind verbindlich, aktuell und für die Zielgruppe freigegeben?

  • Muss die Antwort eine Fundstelle zeigen oder einen exakten Live-Wert abrufen?

  • Wer verantwortet Inhalt, Berechtigungen und Qualität im laufenden Betrieb?

Artikel

Was ist Retrieval-Augmented Generation (RAG)?

Retrieval-Augmented Generation ist ein Verfahren, bei dem eine Anwendung zuerst relevante Inhalte aus freigegebenen Quellen abruft und ein LLM anschliessend auf Basis dieses Kontexts antwortet.

  • RAG verbindet Informationssuche mit Textgenerierung.
  • Unternehmenswissen bleibt in seinen Quellen und kann laufend aktualisiert werden.
  • Gute Ergebnisse hängen ebenso von Dokumentqualität, Berechtigungen und Suche ab wie vom Modell.
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Welche Arten von RAG gibt es – und wann ist welche sinnvoll?

Es gibt keine verbindliche offizielle Liste von RAG-Arten. In der Praxis beschreiben Begriffe wie Hybrid RAG, Multi-Hop RAG, GraphRAG oder Agentic RAG unterschiedliche Eigenschaften eines Systems – und können deshalb miteinander kombiniert werden.

  • Standard-RAG sucht einmal nach passenden Abschnitten und übergibt sie dem Sprachmodell.
  • Hybrid RAG kombiniert meist semantische Vektorsuche mit exakter Stichwortsuche und zusätzlichem Ranking.
  • Multi-Hop RAG verbindet mehrere Suchschritte; GraphRAG erschliesst Beziehungen und übergreifende Muster.
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RAG, Fine-Tuning oder direkte Schnittstelle: Was passt wann?

RAG eignet sich für aktuelles, quellenbasiertes Wissen aus Dokumenten. Fine-Tuning eignet sich für wiederkehrende Aufgaben oder ein konsistentes gewünschtes Verhalten anhand guter Beispiele. Eine direkte Schnittstelle ist richtig, wenn exakte Live-Werte, strukturierte Datensätze oder Transaktionen aus einem Fachsystem benötigt werden. In vielen Unternehmenslösungen werden die Ansätze kombiniert.

  • RAG sucht relevante Inhalte und übergibt sie dem Modell als Kontext.
  • Fine-Tuning passt das Verhalten eines Modells mit Trainingsbeispielen an.
  • Schnittstellen liefern verbindliche Live-Daten und ermöglichen kontrollierte Aktionen.
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Was sind Embeddings und Vektordatenbanken?

Ein Embedding ist eine numerische Repräsentation eines Inhalts, bei der semantisch ähnliche Inhalte im Vektorraum näher beieinanderliegen. Eine Vektordatenbank speichert solche Vektoren zusammen mit Inhalt und Metadaten und findet ähnliche Einträge.

  • Embeddings bilden Bedeutung als Zahlenfolgen ab; sie enthalten nicht den lesbaren Originaltext.
  • Vektorsuche findet sinngleiche Passagen auch ohne identische Suchbegriffe.
  • Eine Vektordatenbank ersetzt weder die Originalquelle noch Berechtigungen und Aktualitätsregeln.
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Welche Unternehmensdaten eignen sich für einen Wissensassistenten?

Geeignet sind Unternehmensdaten, die einen klaren Nutzerbedarf abdecken, eine erkennbare verantwortliche Quelle besitzen, ausreichend aktuell und verständlich sind und deren Zugriffsrechte technisch übernommen werden können.

  • Beginnen Sie mit häufigen, klaren Fragen und nicht mit dem gesamten Datenbestand.
  • Verbindliche Richtlinien und gepflegte Handbücher eignen sich besser als ungeprüfte Ablagen.
  • Dubletten, veraltete Versionen und fehlende Zuständigkeit werden durch RAG nicht behoben.
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Wie bleiben Quellen, Berechtigungen und Aktualität erhalten?

Quellen, Rechte und Aktualität bleiben erhalten, wenn Originalidentität und Dokumentmetadaten bis zum Suchtreffer mitgeführt, Berechtigungen vor der Modellübergabe erzwungen und Änderungen sowie Löschungen kontrolliert in den Index synchronisiert werden.

  • Jeder indexierte Abschnitt braucht eine stabile Verbindung zur Originalquelle und Version.
  • Berechtigungen müssen bei der Suche gelten, nicht erst beim Anzeigen der Antwort.
  • Für Rechteentzüge braucht jede Quelle eine definierte maximale Verzögerung, die zur Sensitivität der Inhalte passt.
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Dokumente, Datenbanken oder Live-APIs: Welche Quelle eignet sich wofür?

Dokumente und Datenbanken können verbindliche Informationsquellen sein. Eine API ist dagegen meist der kontrollierte Zugriffsweg zu einem zuständigen System oder Prozess. Dokumente eignen sich für erklärendes Wissen, Datenbanken für strukturierte Abfragen und APIs für kontrollierte Lese- oder Schreiboperationen.

  • RAG über Dokumente liefert relevante Passagen und Fundstellen, aber keine garantierten Live-Werte.
  • Datenbanken eignen sich für Filter, Aggregationen und konsistente strukturierte Felder.
  • APIs kapseln Geschäftslogik, Rechte und kontrollierte Operationen, garantieren aber nicht automatisch Live-Daten.
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Was geschieht bei widersprüchlichen, veralteten oder fehlenden Quellen?

Bei widersprüchlichen oder fehlenden Quellen sollte die Anwendung nicht selbst eine Wahrheit erfinden. Sie prüft Priorität und Gültigkeit, zeigt verbleibende Konflikte und verweist bei fehlender Grundlage auf eine zuständige Person oder einen definierten Prozess.

  • Quellen brauchen eine fachlich definierte Rangfolge und erkennbare Gültigkeit.
  • Ein höherer Ähnlichkeitswert macht eine Passage nicht verbindlicher.
  • Das System muss zwischen keiner Fundstelle und einer nur schwach passenden Fundstelle unterscheiden.
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Wie wird eine KI-Wissensbasis dauerhaft gepflegt und geprüft?

Eine KI-Wissensbasis wird zuverlässig, wenn Quellenverantwortung, Synchronisation, Rechte, Qualitätsmessung, Monitoring und Fehlerbehandlung als wiederkehrende Betriebsaufgaben mit klaren Zuständigkeiten organisiert sind.

  • Fachbereiche verantworten Inhalt und Gültigkeit; Technik verantwortet Verarbeitung und Verfügbarkeit.
  • Jede Quelle braucht einen definierten Aktualisierungs-, Fehler- und Löschprozess.
  • Retrieval und Antwortqualität werden mit stabilen Testfragen sowie realen Rückmeldungen überwacht.
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Was ist das Open Knowledge Format (OKF) – und wann ist es sinnvoll?

OKF organisiert Unternehmenswissen als Verzeichnis aus Markdown-Dateien mit YAML-Metadaten. Jede Datei beschreibt ein Konzept wie eine Kennzahl, Tabelle, API oder Arbeitsanweisung; Links und optionale Übersichtsdateien verbinden die Konzepte zu einem portablen Wissenspaket.

  • Ein Knowledge Bundle ist ein eigenständiges Verzeichnis mit zusammengehörigen Wissensdateien.
  • Ein Concept ist eine einzelne Markdown-Datei; nur das Metadatenfeld type ist verpflichtend.
  • index.md unterstützt eine schrittweise Orientierung, normale Markdown-Links bilden Beziehungen ab.
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