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Agenten und Automatisierung

Braucht die Aufgabe einen AI Agent oder einen Workflow?

Ein Workflow folgt einem festgelegten Weg. Ein Agent wählt den Weg teilweise selbst. Die bessere Lösung ist die einfachste, die reale Varianten sicher abdeckt.

Die kurze Antwort

Nutzen Sie einen Workflow für bekannte, regelbasierte Abläufe und einen Agenten nur dort, wo unterschiedliche Fälle flexible Interpretation oder Werkzeugwahl erfordern.

Kurz zusammengefasst

  • Workflows sind vorhersehbarer, leichter testbar und meist günstiger zu betreiben.
  • Agenten helfen, wenn Informationen und nächste Schritte je Fall stark variieren.
  • In der Praxis ist eine hybride Lösung häufig sinnvoll: fester Prozessrahmen, begrenzte KI-Schritte.

Der zentrale Unterschied

Ein Workflow bildet einen definierten Prozess ab: Nach Schritt A folgt abhängig von einer Regel Schritt B oder C. Eine KI kann innerhalb eines Schrittes Text klassifizieren oder Daten extrahieren, ohne dass der gesamte Ablauf zum Agenten wird.

Ein Agent erhält ein Ziel und entscheidet anhand des aktuellen Zustands, welches Werkzeug oder welcher Schritt als Nächstes passt. Das erhöht Flexibilität, aber auch die Zahl möglicher Pfade und damit den Test- und Kontrollaufwand.

Der zentrale Unterschied
KriteriumWorkflowHybride LösungAgent
VariabilitätBekannte Wege und RegelnFester Rahmen, variable KI-TeilschritteWeg entsteht teilweise während der Bearbeitung
TestbarkeitJeder Pfad gezielt reproduzierbarRahmen deterministisch, KI-Schritte mit EvalsViele mögliche Pfade; Ergebnis und Werkzeugweg prüfen
Risiko und KontrolleFreigaben und Grenzen direkt im ProzessFolgenreiche Schritte bleiben fest und freigabepflichtigEnge Tool-Rechte, Limits, Beobachtung und Stop-Regeln nötig
Kosten und BetriebMeist gut planbarZusätzliche Modellkosten an wenigen StellenMehr Aufrufe, Laufzeitvarianz und höherer Testaufwand
Typisches BeispielRechnungsfreigabe nach festen RegelnKI liest Rechnung, Workflow prüft und gibt freiRechercheauftrag mit wechselnden Quellen und Werkzeugen

Wann spricht mehr für einen Workflow?

Ein Workflow ist passend, wenn Prozess und Ausnahmen bekannt sind, verbindliche Reihenfolgen gelten oder jeder Schritt nachvollziehbar wiederholt werden muss.

  • Pflichtprüfungen und Freigaben folgen festen Regeln
  • Aktionen haben rechtliche, finanzielle oder betriebliche Folgen
  • Volumen, Kosten und Laufzeit sollen genau planbar sein
  • Fehler müssen an einem eindeutig bekannten Schritt bearbeitet werden

Wann kann ein Agent helfen?

Ein Agent ist interessant, wenn Fälle stark variieren, relevante Informationen erst gesucht werden müssen und eine feste Verzweigungslogik unverhältnismässig komplex würde. Trotzdem sollte der Agent auf einen begrenzten Zweck und wenige Werkzeuge beschränkt bleiben.

  • Rechercheweg und benötigte Quellen unterscheiden sich je Auftrag
  • Unstrukturierte Informationen müssen interpretiert und kombiniert werden
  • Mehrere harmlose Werkzeuge können in wechselnder Reihenfolge nötig sein
  • Das Ergebnis kann vor einer wirkungsvollen Aktion geprüft werden

Warum hybride Lösungen oft überzeugen

Viele robuste Lösungen setzen einen festen Workflow als Leitplanke ein. Darin übernimmt KI begrenzte Aufgaben: Dokumente klassifizieren, Informationen suchen, einen Entwurf erstellen oder eine nächste Option vorschlagen. Freigaben, Systemänderungen und Eskalationen bleiben deterministisch.

So wird Flexibilität dort genutzt, wo menschliche Sprache und Varianten auftreten, während der geschäftskritische Ablauf nachvollziehbar bleibt.

Vier Fragen für die Auswahl

Starten Sie mit dem geringsten notwendigen Freiheitsgrad. Mehr Autonomie kann später ergänzt werden, wenn reale Fälle ihren Nutzen belegen.

  1. Schritt 1

    Varianten

    Sind die möglichen Wege bekannt oder entstehen sie erst während der Bearbeitung?

  2. Schritt 2

    Folgen

    Kann eine falsche Aktion rückgängig gemacht werden, und wer trägt die Verantwortung?

  3. Schritt 3

    Prüfbarkeit

    Kann Erfolg objektiv bewertet und jeder Zwischenschritt nachvollzogen werden?

  4. Schritt 4

    Ausnahmen

    Wann muss das System stoppen und an eine Person übergeben?

Beispiel aus dem Unternehmensalltag

Beispiel: Verarbeitung eingehender Rechnungen

Rechnungen kommen in unterschiedlichen Formaten an und müssen gegen Bestellung und Wareneingang geprüft werden. Ein fester Workflow steuert Eingang, Pflichtprüfungen, Abgleich und Freigabe. Ein KI-Schritt extrahiert Felder und klassifiziert Abweichungsgründe; unsichere Fälle gehen in eine Prüfliste. Ein frei planender Agent wäre unnötig, weil die Varianten bekannt sind und finanzielle Aktionen einen klaren, protokollierten Prozess brauchen.

Was Sie mitnehmen sollten

Ein gut gebauter Workflow ist kein technologischer Rückschritt. Er ist oft die verlässlichere Architektur. Agentische Schritte gehören nur an Stellen, an denen flexible Auswahl messbar bessere Ergebnisse liefert.

Quellen und Vertiefung

Diese Primärquellen vertiefen Definitionen, technische Grundlagen oder verantwortlichen Einsatz.

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