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Agenten und Automatisierung

Was ist ein AI Agent?

Ein AI Agent beantwortet nicht nur eine Frage. Er verfolgt ein Ziel, wählt nächste Schritte und kann dafür kontrolliert Werkzeuge verwenden.

Die kurze Antwort

Ein AI Agent ist ein Softwaresystem, das ein vorgegebenes Ziel in Teilschritte zerlegt, passende Informationen oder Werkzeuge auswählt und innerhalb definierter Grenzen Aktionen ausführt.

Kurz zusammengefasst

  • Ein Agent kombiniert ein Modell mit Anweisungen, Kontext, Werkzeugen und einem Ausführungszyklus.
  • Werkzeuge können Suchen, Berechnen, Dokumente erstellen oder Aktionen in Fachsystemen auslösen.
  • Je grösser der Handlungsspielraum, desto wichtiger werden Rechte, Freigaben, Protokolle und Abbruchregeln.

Woraus besteht ein Agent?

Der Agent ist nicht nur das Sprachmodell. Die Anwendung beschreibt Ziel und Regeln, stellt verfügbaren Kontext bereit und definiert Werkzeuge. Ein Ausführungsmechanismus übergibt Zwischenergebnisse erneut an das Modell, bis das Ziel erreicht, eine Grenze ausgelöst oder eine menschliche Entscheidung nötig ist.

Ziel und Grenzen
Beschreiben das gewünschte Ergebnis, zulässige Teilaufgaben und eindeutige Stop- oder Eskalationsbedingungen.
Modell
Interpretiert den aktuellen Zustand und schlägt den nächsten Schritt vor. Es trägt weder Verantwortung noch darf es Berechtigungen selbst vergeben.
Kontext und Gedächtnis
Halten Auftrag, Zwischenergebnisse und freigegebene Informationen für den laufenden Fall bereit. Langfristige Speicherung ist eine separate, bewusst zu regelnde Entscheidung.
Werkzeuge
Ermöglichen Suchen, Berechnungen oder Aktionen. Jedes Tool besitzt einen engen Zweck, validierte Parameter und minimale technische Rechte.
Ausführung und Kontrolle
Die Software prüft Rechte, begrenzt Schritte, Zeit und Kosten, protokolliert Aufrufe und verlangt bei folgenreichen Aktionen eine Freigabe.

Wie arbeitet ein Agent?

Ein typischer Zyklus beginnt mit der Interpretation des Auftrags. Der Agent plant einen nächsten Schritt, ruft ein Werkzeug auf, bewertet dessen Ergebnis und entscheidet danach weiter. Dieser Ablauf kann flexibel auf unterschiedliche Fälle reagieren, ist aber weniger vorhersehbar als ein fest codierter Prozess.

  1. Schritt 1

    Verstehen

    Auftrag, Kontext und Grenzen erfassen.

  2. Schritt 2

    Planen

    Einen passenden nächsten Schritt oder eine Reihenfolge auswählen.

  3. Schritt 3

    Handeln

    Ein zugelassenes Werkzeug mit begrenzten Parametern aufrufen.

  4. Schritt 4

    Prüfen

    Ergebnis bewerten, fortfahren, korrigieren oder eskalieren.

Wann ist ein Agent sinnvoll?

Agenten eignen sich für variable Aufgaben, bei denen Weg und benötigte Informationen nicht immer gleich sind. Beispiele sind Recherche über mehrere Quellen, die Vorbereitung komplexer Fälle oder die Koordination verschiedener Werkzeuge. Das Ziel muss trotzdem klar und das Ergebnis prüfbar sein.

Ist jeder Schritt bekannt und stabil, ist ein normaler Workflow meist einfacher zu testen und zu betreiben. Ein Agent sollte Flexibilität dort einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert schafft – nicht als Standard für jede Automatisierung.

Welche Kontrollen braucht ein Agent?

Ein Agent kann Fehler vervielfachen, wenn er auf Basis einer falschen Annahme mehrere Aktionen ausführt. Schreibende, externe oder irreversible Werkzeuge brauchen deshalb besonders enge Grenzen.

  • Nur notwendige Werkzeuge und minimale Rechte bereitstellen
  • Beträge, Empfänger, Anzahl Schritte und Laufzeit begrenzen
  • Kritische Aktionen vor Ausführung bestätigen lassen
  • Jeden Werkzeugaufruf und dessen Ergebnis protokollieren
  • Sichere Abbruch-, Rücksetz- und Eskalationswege vorsehen

Wie wird ein Agent getestet?

Neben dem Endergebnis muss der Weg betrachtet werden: Hat der Agent die richtigen Werkzeuge gewählt, unnötige Schritte vermieden, Berechtigungen respektiert und bei Unsicherheit gestoppt? Tests sollten Normalfälle, Ausnahmen, fehlerhafte Werkzeuge und manipulierte Eingaben abdecken.

Beispiel aus dem Unternehmensalltag

Beispiel: Vorbereitung eines Lieferantenfalls

Für einen neuen Lieferanten müssen Unterlagen geprüft, fehlende Nachweise angefordert und Daten in mehreren Systemen vorbereitet werden. Ein Agent liest den Fallstatus, wählt die passende Checkliste, sucht Gültigkeitsdaten und entwirft eine Rückfrage. Er erhält Leserechte und wenige vorbereitende Werkzeuge; eine zuständige Person prüft und gibt die Anlage frei. Bankdaten ändern oder Lieferanten final freigeben darf der Agent nicht.

Was Sie mitnehmen sollten

Geben Sie einem Agenten nur so viel Freiheit, wie die variable Aufgabe benötigt. Ein eng begrenzter Agent mit klarer Freigabe ist im Unternehmen oft wertvoller als ein System mit maximalem Handlungsspielraum.

Quellen und Vertiefung

Diese Primärquellen vertiefen Definitionen, technische Grundlagen oder verantwortlichen Einsatz.

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