Kurz zusammengefasst
- Mehrere Agenten lohnen sich nur bei einer natürlichen Aufteilung in klar verantwortete Teilaufgaben.
- Ein Orchestrator oder definierter Ablauf entscheidet, welcher Agent wann arbeitet und wie Ergebnisse zusammengeführt werden.
- Jede zusätzliche Übergabe kann Kontext verlieren, Fehler verstärken sowie Laufzeit und Kosten erhöhen.
- Ein einzelner Agent oder ein Workflow sollte als einfachere Vergleichslösung mit denselben Fällen getestet werden.
Wie können mehrere Agenten zusammenarbeiten?
Bei einem Manager-Muster zerlegt ein zentraler Agent die Aufgabe, beauftragt Spezialisten und führt Resultate zusammen. Bei Übergaben gibt ein Agent den Fall vollständig an einen anderen weiter. In parallelen Mustern bearbeiten mehrere Agenten unabhängige Perspektiven, die anschliessend regelbasiert oder durch eine zuständige Instanz zusammengeführt werden.
Die Rollen sollten technische Grenzen widerspiegeln, etwa unterschiedliche Datenbereiche, Werkzeuge oder fachliche Prüfkriterien. Mehrere beliebig benannte Persönlichkeiten ohne getrennte Verantwortung schaffen vor allem Komplexität.
| Muster | Steuerung | Sinnvoll wenn | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Manager und Spezialisten | Ein zentraler Agent verteilt und verbindet Teilaufgaben | Die Zerlegung variiert, Spezialrollen bleiben klar prüfbar | Der Manager verliert Quellen oder kombiniert Widersprüche falsch |
| Handoff | Ein Agent übergibt den gesamten Fall an die nächste Rolle | Zuständigkeiten und Zugriffe wechseln eindeutig | Absicht, Kontext oder offene Punkte gehen bei der Übergabe verloren |
| Parallel | Mehrere Rollen arbeiten unabhängig, danach wird zusammengeführt | Perspektiven sind unabhängig und Zeitgewinn ist messbar | Doppelte Arbeit und widersprüchliche Resultate ohne klare Entscheidung |
| Workflow mit Agentenschritten | Software legt Reihenfolge und Übergabeverträge fest | Der Gesamtprozess ist stabil, einzelne Schritte brauchen flexible KI | Zu starre Übergaben oder unnötig viele Modellaufrufe |
Wann bringt die Aufteilung einen echten Vorteil?
Eine Aufteilung kann helfen, wenn ein einzelner Kontext zu gross wird, verschiedene Teams getrennte Zugriffe besitzen oder Teilaufgaben unabhängig skaliert und bewertet werden sollen. Jeder Agent erhält dann nur die Informationen und Tools seiner Rolle.
- Teilaufgaben haben eigene Ziele und klar prüfbare Ergebnisse
- Daten- oder Berechtigungsgrenzen sollen technisch getrennt bleiben
- Spezialisierte Kontexte würden einen einzelnen Agenten überladen
- Teile können parallel bearbeitet werden und sparen nachweislich Zeit
Welche zusätzlichen Risiken entstehen?
Ein falsches Zwischenergebnis kann von nachfolgenden Agenten als Tatsache behandelt und weiter verstärkt werden. Übergaben können Quellen, Unsicherheit oder ursprüngliche Nutzerabsicht verlieren. Zudem steigt die Zahl möglicher Pfade, was Fehlersuche und Evaluation erschwert.
- Doppelte oder widersprüchliche Aktionen durch unklare Zuständigkeit
- Verlust von Herkunft und Unsicherheit an Schnittstellen
- Schwer vorhersehbare Schleifen, Laufzeiten und Modellkosten
- Grössere Angriffsfläche durch zusätzliche Tools und Nachrichten
- Unklare Verantwortung für das zusammengesetzte Endergebnis
Wie entscheidet und testet man die Architektur?
Starten Sie mit einer einfachen Referenz: einem Workflow oder einem einzelnen Agenten. Fügen Sie erst dann eine Rolle hinzu, wenn eine konkrete Grenze oder messbare Qualitätsverbesserung dies rechtfertigt. Jede Übergabe erhält ein definiertes Schema mit Ergebnis, Quellen, Unsicherheit und Status.
- Schritt 1
Aufteilung begründen
Für jede Rolle festhalten, welches Problem sie gegenüber einer einfacheren Lösung löst.
- Schritt 2
Verträge definieren
Ein- und Ausgaben, Quellen, Fehler und Abbruchbedingungen jeder Übergabe festlegen.
- Schritt 3
Einzeln evaluieren
Teilagenten und ihre Rechte zunächst isoliert mit repräsentativen Fällen prüfen.
- Schritt 4
Gesamtsystem vergleichen
Qualität, Laufzeit, Kosten und Fehlersuche gegen die einfachere Referenz messen.
Beispiel: Vorbereitung einer Ausschreibungsantwort
Ein Koordinator zerlegt die Anforderungsliste in klar abgegrenzte Bereiche. Ein Produktagent liest freigegebene Produktdaten, ein Compliance-Agent prüft verbindliche Nachweise und ein Kalkulationsdienst liefert strukturierte Preise. Jeder Teil enthält Quellen und offene Punkte. Eine verantwortliche Person sieht das zusammengeführte Dossier und gibt es frei. Kundenspezifische Zusagen werden von keinem Agenten selbstständig erfunden oder versendet.
Was Sie mitnehmen sollten
Setzen Sie mehrere Agenten nur ein, wenn Teilaufgaben, Rechte und Übergaben klar trennbar sind und die komplexere Architektur im Vergleich messbar besser abschneidet.
Quellen und Vertiefung
Diese Primärquellen vertiefen Definitionen, technische Grundlagen oder verantwortlichen Einsatz.
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